Seeanbindung - von der Vision zur Illusion

Es gab einmal eine Vision  mit dem Namen "Seepark".

Mensch, dachten viele, die Bahn unter die Erde, das ist DIE Lösung!

Welch schöne Aufgabe für Landschaftsplaner, den Raum zwischen Innenstadt und Seeufer zu gestalten.

Doch ein Wettbewerb mit der Vorgabe einer ebenerdigen Gleislage brachte zwar keinen ersten Preis aber einen zweiten als Illusion:

Die von der Bahn geforderte Vergrößerung der Gleisradien in der Starnberger S-Kurve würde zu einer angeblich vorteilhaften Verschiebung des Gleiskörpers führen. Tatsächlich würden die Gleise auf der Nordkurve zur Innenstadt rutschen, gefährlich nah bis auf 3 m an den historischen Bahnhof heran. Auf der Südkurve gingen die Gleise analog bis auf 3 m an das Undosa-Gebäude heran, sodass die Promenade samt Boothütten untergehen würden. Das Planungsbüro Morpho-Logic sah deshalb eine Seeaufschüttung vor, was nach Öko-Logic unmöglich geht, da die Wasserfläche des Sees ein FFH-Schutzgebiet darstellt.

 

Obwohl die Stadtverwaltung beste Beziehungen zum Bund Naturschutz unterhält, hat es Jahre gedauert, bis die Pleite nicht mehr zu verheimlichen war.

 

Jetzt soll ein interfraktioneller Arbeitskreis eine untaugliche Planung retten, bei der das Kosten-/Nutzenverhältnis sowieso nie gestimmt hatte.

Die Stadt soll doch lt. Bahnvertrag die gesamten Kosten der Gleisverlegung berappen, insbesondere durch die kreative Schöpfung von Baurecht und den Verkauf stadteigener Filetgrundstücke, wie den Bayerischen Hof, die alte Oberschule, die Schiffswiese etc.

Die Lösung liegt in einer schrittweisen Verbesserung der heutigen "Bestandslösung". Die Aktion "See- und Bahnzugang 2012" hat Wege aufgezeigt. 1.400 Unterschriften dürfen nicht einfach in den Papierkorb wandern.

Jetzt soll ein Laiengremium an einzelnen Stellschrauben der Planung "drehen", was die Wettbewerbslösung ad absurdum führt: Statt der Seeaufschüttung sollen evtl. Holzstege um das Undosa herum führen, die Gleise sollen ein bischen höher gelegt werden, damit die Unterführungen flacher werden. Die Undosa-Unterführung soll evtl. ganz entfallen, weil kein Platz für die Rampe zu See ist. Nach Wegfall der sog. Seeterrassen soll mehr Baurecht beim Bayerischen Hof ausgewiesen werden.

 

Mit der Umplanung soll der Bahnvertrag neu verhandelt werden, weil dieser nach 30 Jahren, d.h. im Jahr 2017, sang- und klanglos ausläuft. Wir meinen 30 Jahre sind genug.

 

Außerdem kann die Stadt nicht ihr ganzes Tafelsilber veräußern, damit die Bahn nach der geforderten Gleisverlegung mit Tempo 80 statt 60 durch die Stadt donnern kann. Der sog. "Geschwindigkeitseinbruch" den die Bahn bisher erleidet, kommt der Gesundheit der Anlieger zugute. Wenn es ihn nicht bereits gäbe, müsste er geradezu erfunden werden.

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